FODMAPs – wenn bestimmte Kohlenhydrate Verdauungsbeschwerden auslösen

Blähungen, ein gespannter Bauch, Bauchschmerzen oder wechselnder Stuhlgang können viele Ursachen haben.

Wenn du nach Brot, Weizen, Zwiebeln oder bestimmten anderen Lebensmitteln mit Blähungen, Bauchschmerzen oder verändertem Stuhlgang reagierst, dann wird häufig zunächst eine Glutenunverträglichkeit oder eine Fruktosemalabsorption vermutet.

Doch es gibt noch eine weitere mögliche Erklärung: Fruktane.

Fruktane gehören zu den FODMAPs und kommen unter anderem in Weizen, Roggen und Gerste vor. Gleichzeitig findet man sie auch in zahlreichen Gemüsearten wie Zwiebeln, Knoblauch und Lauch.

fodmapreiche Lebensmittel können blähbauch auslösen

Was sind FODMAPs?

FODMAP steht für:

Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides And Polyols

Keine Angst. Du musst dir diese vielen Wörter nicht unbedingt merken. Aber schon aus den Namen erkennst du, dass es sich hier um Kohlenhydrate handelt. Als FODMAP bezeichnet man, verschiedene kurzkettige, fermentierbare Kohlenhydrate, die im Dünndarm teilweise nur begrenzt aufgenommen werden. Was übrigens vollkommen normal ist.

Zu den FODMAPs gehören unter anderem:

  • Fruktane
  • Galakto-Oligosaccharide (GOS)
  • Laktose
  • Fruktose im Überschuss gegenüber Glukose
  • Polyole wie Sorbit und Mannit

Gelangen größere Mengen schlecht resorbierter FODMAPs in tiefere Darmabschnitte, können sie Wasser in das Darmlumen ziehen und von Darmbakterien fermentiert werden. Sie werden sozusagen von deinen Darmbakterien als Futter verwertet.

Dabei entstehen Gase. Gehörst du zu den Menschen mit einem empfindlichem Darm, können dadurch unter anderem Blähungen, Blähbauch, Druckgefühl, Bauchschmerzen, Durchfall oder Veränderungen des Stuhlgangs auftreten.

Verdauungsbeschwerden nach Kohlenhydraten

FODMAPs kommen natürlicherweise in zahlreichen Lebensmitteln vor – beispielsweise in bestimmten Obst- und Gemüsesorten, Milchprodukten, Getreidearten, Hülsenfrüchten und auch Süßungsmitteln.

FODMAPs sind nicht ungesund!

Wenn auch manche Menschen mit einem sensiblem Darm darauf reagieren, so bedeutet das jedoch nicht, dass diese Lebensmittel grundsätzlich ungesund oder für jeden Menschen unverträglich sind. Im Gegenteil. Manche FODMAPs sind Ballaststoffe und gehören zu den sogenannten Präbiotika. Entscheidend ob Beschwerden bei dir ausgelöst werden, sind unter anderem:

  • die aktuelle Verdauungs- und Stresssituation
  • deine persönliche Verträglichkeit
  • die verzehrte Menge
  • welche Kombination mehrerer Lebensmittel
  • deine individuelle Darmempfindlichkeit
  • die Zusammensetzung einer Mahlzeit

Die Durchführung einer kinesiologischen Austestung, so wie das beim bioenergetischen Lebensmitteltest VitaloNUTRI im Vitalmesszentrum angeboten wird, kann dir helfen herauszufinden, welche Lebensmittel individuell Beschwerden begünstigen könnten.

Wie werden FODMAPs verdaut?

Die meisten Menschen können FODMAPs nicht vollständig verdauen. Ob es dabei zu Beschwerden kommt, ist individuell von der Verträglichkeit abhängig.

Wie werden fodmap verdaut im darm?
Nahrungsmittel mit Fodmaps
Ein Teil der Fodmaps wird im Dünndarm aufgenommen
Fruktane können nicht vollständig verdaut werden
Um die Fodmaps zu verarbeiten wird Wasser in den Darm gezogen, was Durchfall erzeugen kann.
Im Dickdarm fermentieren die guten Darmbakterien die Fruktane - Gase entstehen
Beschwerden wie Blähbauch und Blähungen können enttehen

 Die 5 FODMAP-Gruppen

Welche FODMAPs gibt es?

Es gibt 5 Gruppen an FODMAPs – dazu gehören auch die Laktose (Zucker in der Milch) und überschüssige Fruktose (bei einem Zuviel an Fruchtzucker). Leidest du an einer Laktoseintoleranz oder einer Fruktose-Malabsorbtion, dann reagierst du auf FODMAPs. Erfahre hier mehr zu Zuckerunverträglichkeiten

Eine wichtige große Gruppe bei den FODMAPs sind die FRUKTANE. Beschwerden auf Getreide können häufig auch auf diese zurückzuführen sein. Es sind also nicht immer die Gluten. Und die Oligosaccharide (GOS) kennen wir vor allem durch Blähungen nach Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Linsen. Und dann die Polyole. Diese kommen natürlich in einigen Nahrungsmitteln vor, werden aber auch als Zuckerersatzstoffe eingesetzt.

Wie können FODMAPs Beschwerden verursachen?

FODMAPs werden im Dünndarm bei manchen Menschen nicht vollständig aufgenommen. Dadurch können zwei Vorgänge entstehen:

  1. Wasser gelangt in den Darm

Bestimmte FODMAPs haben eine osmotische Wirkung. Das bedeutet, dass sie Wasser in den Darm ziehen können. Bei empfindlichen Personen kann dies einen weicheren Stuhl oder Durchfall begünstigen.

  1. Darmbakterien vergären die Kohlenhydrate

Gelangen die nicht aufgenommenen Kohlenhydrate in den Dickdarm, werden sie von Darmbakterien fermentiert. Dabei entstehen unter anderem Gase.

Die zusätzliche Menge an Wasser und Gas kann die Darmwand dehnen. Menschen mit einem empfindlichen Darm oder einem Reizdarmsyndrom können diese Dehnung besonders deutlich wahrnehmen.

Mögliche Folgen sind:

  • Blähungen
  • sichtbarer Blähbauch
  • Druck- oder Völlegefühl
  • Bauchschmerzen
  • Darmgeräusche
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • wechselnder Stuhlgang
  • verstärkter Stuhldrang
  • Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung

Diese Beschwerden sind nicht automatisch der Beweis für eine FODMAP-Unverträglichkeit. Die Wirkung hängt wesentlich von der individuellen Darmempfindlichkeit ab.

Auch andere Erkrankungen oder Verdauungsstörungen können ähnliche Symptome verursachen.

Warum machen Fodmap Blähungen?

Persönliche Erfahrungen aus dem Alltag in der Ernährungsberatung

Besonders dann, wenn die tägliche Ernährung sehr einseitig und mit häufiger Konsumation von Fastfood, Weissmehlprodukten, Zucker und schlechten Fetten, einhergeht, kann es zu einer reduzierten Mikrobiom kommen und Dysbiosen auslösen. Versuchst du dann, durch eine Umstellung auf „gesunde Ernährung“ mehr Ballaststoffe und Vollkorn zu essen, kommt es zu den typischen Blähungen.

Fange in so einem Fall langsam und in kleinen Mengen an, um deinem Darm die Möglichkeit zu geben, die entsprechenden Mikrobiomvielfalt zumindest zum Teil wieder aufzubauen. Unterstützt kann das mit entsprechenden Darmbakterien (Probiotika) werden.

Blähungen nach Kohlgemüse und Zwiebel aufgrund Fodmaps Fruktane

Welche Lebensmittel enthalten viele FODMAPs?

FODMAP-Liste

Der FODMAP-Gehalt eines Lebensmittels ist nicht immer eindeutig mit „hoch“ oder „niedrig“ zu bewerten. Häufig entscheidet die Portionsgröße.

Beispiele für FODMAP-reichere Lebensmittel

Getreide und Backwaren

  • größere Mengen Weizen
  • Roggen
  • Weizenbrot und Roggenbrot
  • Weizennudeln
  • manche Vollkornprodukte
  • Müslimischungen mit Weizen, Trockenfrüchten oder Honig

In diesen Lebensmitteln sind vor allem Fruktane relevant. Gluten ist dagegen ein Protein und gehört nicht zu den FODMAPs.
Mehr über Fruktane

Gemüse

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Lauch
  • Schalotten
  • Artischocken
  • Spargel
  • Blumenkohl
  • größere Mengen Pilze
  • manche Kohlsorten

Hülsenfrüchte

  • Kidneybohnen
  • weiße Bohnen
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Erbsen
  • Produkte aus ganzen Sojabohnen

Hier spielen vor allem Galakto-Oligosaccharide (GOS) eine Rolle.

Obst

  • Äpfel
  • Birnen
  • Mango
  • Wassermelone
  • Kirschen
  • Pflaumen
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • größere Mengen Trockenfrüchte

Je nach Obstsorte können überschüssige Fruktose, Sorbit oder andere Polyole relevant sein.

Milchprodukte

  • Milch
  • Kondensmilch
  • manche Joghurts
  • Topfen und Frischkäse
  • Speiseeis
  • milchhaltige Süßspeisen

Hier ist in erster Linie der Laktosegehalt entscheidend. Butter und viele gereifte Hartkäse enthalten dagegen nur wenig Laktose und müssen bei einer FODMAP-armen Ernährung nicht grundsätzlich gemieden werden.
Mehr zur Laktose

Zuckeralkohole und Süßungsmittel

  • Sorbit beziehungsweise E420
  • Mannit beziehungsweise E421
  • Isomalt beziehungsweise E953
  • Maltit beziehungsweise E965
  • Xylit beziehungsweise E967
  • größere Mengen Erythrit beziehungsweise E968

Zuckeralkohole finden sich häufig in zuckerfreien Bonbons, Kaugummis, Proteinriegeln, Low-Carb-Produkten und zuckerreduzierten Süßwaren.

Mehr zu Zuckeralkohole (Polyole)

Welche Lebensmittel sind häufig FODMAP-ärmer?

FODMAP-arme Liste

Je nach Portionsgröße kommen beispielsweise infrage:

  • Reis
  • Kartoffeln
  • Polenta
  • Quinoa
  • Hafer
  • laktosefreie Milchprodukte
  • gereifter Hartkäse
  • Eier
  • naturbelassenes Fleisch
  • naturbelassener Fisch
  • fester Tofu
  • Karotten
  • Zucchini
  • Gurke
  • Tomaten
  • Paprika
  • Blattsalate
  • Auberginen
  • Trauben
  • Orangen
  • Kiwi
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Ananas
  • Walnüsse
  • Macadamianüsse
  • Erdnüsse

Auch bei FODMAP-ärmeren Lebensmitteln spielen Menge, Zubereitung und Kombination eine Rolle. Eine statische Lebensmittelliste kann daher nur eine erste Orientierung bieten.

Hier eine Fodmap-Liste als PDF zum Downloaden

Lebensmittel mit wenid Fodmaps für die Karenzphase Fodmap-Diät

Die Portionsgröße entscheidet

Ein Lebensmittel kann in einer kleinen Menge FODMAP-arm, in einer größeren Portion jedoch FODMAP-reich sein. Deshalb reicht es häufig nicht aus, Lebensmittel ausschließlich in „erlaubt“ und „verboten“ einzuteilen.

Ein Beispiel:

Eine kleine Portion eines Lebensmittels kann gut vertragen werden. Werden davon größere Mengen gegessen oder mehrere FODMAP-Quellen in einer Mahlzeit kombiniert, kann die persönliche Toleranzgrenze überschritten werden.

Dieses Zusammenwirken wird manchmal als FODMAP-Stacking bezeichnet.

Mögliche Beispiele:

  • Obst plus Fruchtsaft plus Honig
  • Weizenbrot mit Zwiebelaufstrich
  • Joghurt mit Apfel, Trockenfrüchten und Vollkornflocken
  • Hülsenfrüchte mit Zwiebeln und Knoblauch
  • mehrere zuckerfreie Produkte mit Polyolen

Das Ziel ist daher nicht zwingend, alle FODMAPs zu vermeiden. Wichtiger ist es herauszufinden, welche Gesamtmenge und welche Kombinationen persönlich vertragen werden.

Fodmap-Stacking - die Summe an Fodmap über den Tag verteilt

Fodmap-Stacking

Ein kleines Beispiel:

Zu jeder Mahlzeit eine kleine Portion von einem FODMAP.  Zum Frühstück Vollkornbrot (Fruktane), möglicherweise auch Milch im Kaffee. Im Mittagessen sind Zwiebel oder auch Knoblauch (Fruktane). Dazwischen eine Birne (Poyole). Am Abend ein Joghurt mit Laktose. Zwischendurch ein zuckerfreier Kaugummi. Über den Tag verteilt summieren sich die FODMAPs. Am Abend kommt es zu Blähungen oder auch Durchfall.

Du fragst dich, was habe ich gegessen? Worauf reagiere ich? Doch hier ist es kein bestimmtes Lebensmittel, sondern die Summe der FODMAPs.

Versteckte FODMAPs

Fodmaps in Fertigprodukten und Vollkorn-Unverträglichkeit

Besonders in Fertigprodukten wie Soßen, Müsliriegel oder auch Fertigflakes und Backwaren, können eine große Menge an FODMAPs zusammenkommen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du besonders auf Vollkornprodukte reagierst. Eine Vollkorn-Unverträglichkeit ist zwar im medizinischem Sinne keine Unverträglichkeit. Doch kommt das bei mir in der Praxis gar nicht so selten vor. Insbesondere, wenn der Magen-Darm (MILZ-MAGEN-Funktionskreis) durch Dauerstress geschwächt ist.

Low FODMAP ist keine dauerhafte Verbotsdiät

Um zunächst einmal Ruhe in den Bauch zu bekommen, empfehle ich meinen Klienten bei einer Unverträglichkeit auf Lebensmitteln mit FODMAPs, eine Karenzphase über ungefähr 6 Wochen. Dabei konzentrieren wir uns auf LOW-FODMAP-Lebensmittel, also jene, die nur geringe Mengen davon enthalten. Außerdem macht es häufig Sinn, die Zubereitungsform zu verändern und mehr Gekochtes, Gedünstetes oder auch Geschmortes zu essen. Also Rohkost oder auch schwere Kost wie Frittiertes, trockenes Brot zu reduzieren oder ganz zu meiden.

Individuelle Lebensmittelliste

Falls du einen Lebensmitteltest im Vitalmesszentrum in Wien gemacht hast, bekommst du eine individuelle Lebensmittelliste, welche sowohl jene enthält, die du vollständig weglassen  solltest. Als auch Tendenzen, wo es darum geht, diese Nahrungsmittel zunächst einmal stark zu reduzieren. Wir nutzen dafür auch Ernährungsempfehlungen aus der traditionellen chinesischen Medizin, wie leicht verdauliche Eintöpfe, Congees, Suppen oder auch glutenfreies warmes Frühstück aus Hafer oder Hirse.

Low-FODMAP-Diät zeitlich begrenzt

Eine Low-FODMAP-Ernährung sollte in der Regel nicht als dauerhaft strenge Ernährungsweise verstanden werden. Das fachlich etablierte Vorgehen besteht aus drei Phasen.

Phase 1: zeitlich begrenzte Reduktion

FODMAP-reichere Lebensmittel werden vorübergehend reduziert und durch geeignete Alternativen ersetzt. Diese Phase dauert üblicherweise ungefähr vier bis sechs Wochen.

Währenddessen wird beobachtet, ob die Beschwerden geringer werden.

Phase 2: gezielte Wiedereinführung

Anschließend werden einzelne FODMAP-Gruppen schrittweise getestet. Dabei wird jeweils ein geeignetes Testlebensmittel in steigender Menge gegessen.

So lässt sich besser erkennen:

  • welche FODMAP-Gruppe Beschwerden auslöst
  • welche Menge vertragen wird
  • ob bestimmte Kombinationen problematisch sind
  • welche Lebensmittel wieder in den Alltag integriert werden können

Phase 3: individuell angepasste Dauerernährung

Auf Grundlage der Wiedereinführung entsteht eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung, bei der nur tatsächlich unverträgliche Lebensmittel oder Mengen eingeschränkt werden.

Das Ziel lautet:

So wenig Einschränkung wie nötig und so viel Vielfalt wie möglich.

Eine unnötig lange strenge Low-FODMAP-Ernährung kann die Lebensmittelauswahl stark einschränken. Sie kann außerdem die Versorgung mit Ballaststoffen und bestimmten Mikronährstoffen erschweren. So kann eine dauerhaft strenge Einschränkung auch bestimmte günstige Darmbakterien reduzieren. Deshalb ist die Wiedereinführung ein zentraler Bestandteil des Konzepts.

Das Weglassen der Fodmaps sollte nicht dauerhaft sein. Ziel ist es, die problematischen herauszufinden.
Reduktion von Fodmap Diät zeitlich begrenzt
Vorsichtige Wiedereinführung mit einem Lebensmittel
Ziel eine vollwertige vielseitige Ernährung

Wann ist eine FODMAP-arme Ernährung sinnvoll?

Fodmap-Diät bei Reizdarm

Besonders dann, wenn bei dir ein Reizdarmsyndrom diagnostiziert wurde, würde ich dir eine zeitlich begrenzte Low-FODMAP-Ernährung empfehlen.

Aber auch bei

  • wiederkehrenden Blähungen
  • ausgeprägtem Blähbauch
  • funktionellen Bauchschmerzen
  • Reizdarm mit Durchfall
  • Reizdarm mit Verstopfung
  • wechselndem Stuhlgang
  • Beschwerden nach unterschiedlichen Lebensmittelgruppen
  • vermuteter Empfindlichkeit gegenüber Fruktanen oder Polyolen

Wie lange du zeitlich begrenzt FODMAPs weglässt, besprechen wir im Zuge einer ganzheitlichen Ernährungsberatung. Ziel ist nach der Karenzphase, eine langsame Wiedereinführung einzelner Nahrungsmitteln mit entsprechender Beobachtung der Reaktion.

Bioenergetische Austestung der Lebensmittel in Wien

Eine bioenergetische Austestung der Nahrungsmitteln zum Beispiel über den VitaloNUTRI-Test im Vitalmesszentrum Wien, kann helfen, die entsprechenden FODMAPs, welche Beschwerden machen, leichter herauszufinden. Die Erfahrung zeigt, dass das Weglassen in der Folge, oft schnell Erleichterung bringt. Auch hier gilt, dass eine dauerhafte Einschränkung nicht zu empfehlen ist. Diese Austestung ist schulmedizinisch nicht anerkannt und darf keines Falls als Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, herangezogen werden.

FODMAP-Unverträglichkeit bei Reizdarm?

Bei einem Reizdarmsyndrom kann die Darm-Hirn-Achse besonders sensibel reagieren. Stress verursacht nicht automatisch die Beschwerden, kann deren Wahrnehmung und Intensität jedoch beeinflussen. Eine besondere Rolle spielt im Zusammenhang mit Reizdarmsyndrom auch der „VAGUS-Nerv“, was die direkte Verbindung zwischen Hirn und Darm darstellt.

Ob FODMAPs Beschwerden verursachen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Empfindlichkeit der Darmwand
  • Darmbewegung
  • Menge und Kombination der FODMAPs
  • Zusammensetzung der Darmmikrobiota
  • Stress und Nervensystem
  • bestehenden Verdauungsstörungen
  • individueller Wahrnehmung von Darmdehnung

Übrigens: Der Ausdruck „FODMAP-Unverträglichkeit“ wird häufig verwendet, ist aber keine klar abgegrenzte medizinische Diagnose wie beispielsweise eine Zöliakie oder eine IgE-vermittelte Lebensmittelallergie.

Bei einem Reizdarmsyndrom werden Fodmaps häufig schlecht vertragen.

FODMAPs sind nicht dasselbe wie Gluten

Beschwerden nach Weizen – Gluten oder Fruktane?

Weizen enthält sowohl Gluten als auch Fruktane. Deshalb werden diese Bestandteile leicht miteinander verwechselt. Und es ist auch nicht immer leicht herauszufinden, was denn jetzt die Ursache für die Beschwerden ist. Wobei auch beides ein Thema sein kann.

Wenn du weniger Weizen isst und dich dadurch besser fühlst, weißt du damit nicht automatisch, ob Gluten, Fruktane, die Portionsgröße oder andere Bestandteile verantwortlich sind.

Wichtig: Vor einer glutenfreien Ernährung solltest du eine mögliche Zöliakie ärztlich abklären lassen. Werden Gluten und glutenhaltige Getreide bereits länger gemieden, können Bluttests und weitere Untersuchungen weniger aussagekräftig sein oder auch falsche Ergebnisse liefern.

Mehr zur Gluten, Zöliakie und Weizenunverträglichkeit

Begriff Was ist das? Möglicher Zusammenhang
Weizen Getreide und Lebensmittel enthält unter anderem Gluten und Fruktane
Gluten Protein relevant bei Zöliakie und anderen glutenbezogenen Erkrankungen
Fruktane fermentierbare Kohlenhydrate gehören zu den FODMAPs
Weizenallergie Immunreaktion auf Weizenbestandteile muss allergologisch beurteilt werden

FODMAPs, Fruktose und Laktose richtig unterscheiden

Laktose und überschüssige Fruktose gehören zu den FODMAPs. Eine Laktose- oder Fruktosemalabsorption betrifft jedoch zunächst einen bestimmten Zucker beziehungsweise dessen Aufnahme über den Dünndarm. Für diese Formen der Unverträglichkeit gibt es gesicherte Testmöglichkeiten.  Lese hier auch mehr zur Zuckerunverträglichkeit.

Bei einer Low-FODMAP-Ernährung werden dagegen mehrere Gruppen fermentierbarer Kohlenhydrate berücksichtigt.

Das bedeutet:

  • Ein negativer Laktose-Atemtest schließt eine Empfindlichkeit gegenüber anderen FODMAPs nicht aus.
  • Eine Fruktosemalabsorption bedeutet nicht automatisch, dass alle FODMAP-Gruppen unverträglich sind.
  • Ein positiver Atemtest ist nicht allein entscheidend – wichtig ist, ob beim Verzehr tatsächlich Beschwerden entstehen.
  • Eine hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine seltene erbliche Stoffwechselerkrankung und nicht mit der üblichen Fruktosemalabsorption gleichzusetzen.

Wie werden FODMAP-Beschwerden untersucht?

Manchmal ist es ein langer Weg, bis herausgefunden wird, was die Beschwerden verursacht. Besonders auch deswegen, weil mehrere Faktoren zusammenspielen können. Einerseits spielt die Darmgesundheit hier eine wichtige Rolle und damit auch, wie du mit Stress umgehen kannst. Andererseits kann ein empfindlicher Darm auf viele Bestandteile des Essens reagieren. Es gibt keinen einzelnen medizinischen Test, mit dem eine allgemeine „FODMAP-Unverträglichkeit“ zuverlässig festgestellt werden kann.

Der wichtigste Schritt dabei ist, eine ausführliche Anamnese – um den weiteren Weg abzuklären. Du kannst dafür gerne die FODMAP-Beratung im Vitalmesszentrum in Wien, in Anspruch nehmen. Im Zuge einer integrativen Ernährungsanalyse, werden alle Symptome abgefragt und aus ganzheitlicher Sicht heraus, Empfehlungen gegeben.

Untersuchungen auf FODMAP-Unverträglichkeit

Je nach Beschwerdebild können sinnvoll sein:

  • ärztliche Abklärung der Beschwerden
  • Ernährungstagebuch mit Symptomprotokoll
  • H₂-Atemtest auf Laktose
  • H₂-Atemtest auf Fruktose
  • gegebenenfalls Sorbit-Atemtest
  • Untersuchung auf Zöliakie
  • Abklärung einer Weizenallergie
  • weitere Untersuchungen entsprechend der Beschwerden

Die individuelle FODMAP-Verträglichkeit wird vor allem über eine strukturierte Reduktions- und Wiedereinführungsphase beurteilt. Eine kinesiologische Austestung kann hier helfen, schneller Klarheit zu bekommen. Ohne nachvollziehbaren Grund sollten zahlreiche Lebensmittel langfristig nicht gestrichen werden.

Wann sollten Beschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Bitte lass neu auftretende, starke oder anhaltende Verdauungsbeschwerden ärztlich untersuchen. Das gilt insbesondere bei:

  • Blut im Stuhl
  • schwarzem Stuhl
  • unbeabsichtigtem Gewichtsverlust
  • Fieber
  • wiederholtem nächtlichem Durchfall
  • anhaltendem Erbrechen
  • starken oder zunehmenden Schmerzen
  • ausgeprägter Müdigkeit oder nachgewiesener Blutarmut
  • familiärer Belastung mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Darmkrebs
  • erstmaligem Auftreten deutlicher Beschwerden in höherem Lebensalter

Eine Ernährungsumstellung darf notwendige diagnostische Untersuchungen nicht ersetzen oder verzögern.

Fodmaps verbinden die unterschiedlichen Unverträglichkeiten

FODMAP-Beratung im Vitalmesszentrum Wien

Integrative Ernährung und Analyse

Eine FODMAP-arme Ernährung kann schnell unübersichtlich werden. Pauschale Verbotslisten führen häufig dazu, dass mehr Lebensmittel als notwendig gemieden werden.

In der integrativen Ernährungsberatung betrachten wir deshalb nicht nur einzelne Lebensmittel, sondern das gesamte Beschwerdebild. Und die Zusammenhänge aus der traditionellen chinesischen Philosophie.

Der erste Schritt ist hier eine ausführliche Beratung und Anamnese. Dazu können bioenergetische Austestungen wie die Lebensmitteltests oder auch der BioVitalScan unter Umständen Sinn machen.

Je nach persönlicher Situation können folgende Bereiche einbezogen werden:

  • bisherige Beschwerden und Diagnosen
  • typische Mahlzeiten und Portionsgrößen
  • Ballaststoffversorgung
  • Verdauung und Stuhlverhalten
  • Fruktose-, Laktose- oder Sorbitverträglichkeit
  • Stressbelastung und Darm-Hirn-Achse
  • Medikamenteneinnahmen
  • Vireninfekte wie Corona, EBV, Darmgrippe und mehr
  • Umfeld-Analyse – Belastungen

Ziel ist die Ursache für die Beschwerden ganzheitlich zu betrachten und eine individuell verträgliche, ausgewogene und im Alltag umsetzbare Ernährung.

Du möchtest herausfinden, welche Lebensmittel dein Darm tatsächlich verträgt?

In der persönlichen Ernährungsberatung im Vitalmesszentrum Wien schauen wir gemeinsam auf deine Beschwerden, deine Ernährung und mögliche Zusammenhänge. Du erhältst individuelle Empfehlungen, die sich an deiner persönlichen Situation orientieren.

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Integrative Ernährungsberatung bei Unverträglichkeiten

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Die integrative Ernährungsberatung verbindet das moderne aktuelle Wissen mit der Ernährungslehre aus der traditionellen chinesischem Medizin.
Angelika Kreuzer unterstützt und begleitet dich mit ihrer langjährigen Erfahrung.
Mehr über mich

Eine integrative Ernährungsberatung umfasst

  • ausführliches Erstgespräch mit Analyse der Ernährungsgewohnheiten

  • Abklärung von Symptomen und Stoffwechselbeschwerden zum Herausfinden von Blockaden,

  • Erarbeitung von Maßnahmen und Ernährungstipps, welche in Eigenregie durchgeführt werden können

  • Vitalstoffberatung

  • Etwaige Rezepte

Die Beratung kann Vorort in Wien oder auch Online via Zoom oder andere Plattform stattfinden.

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Häufige Fragen zu den FODMAPs

Was sind Fodmaps?

FODMAPs sind fermentierbare kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole. Dazu gehören Fruktane, Galakto-Oligosaccharide, Laktose, überschüssige Fruktose und Polyole. Sie können im Dünndarm teilweise unvollständig aufgenommen und anschließend im Dickdarm von Bakterien fermentiert werden.

Welche Beschwerden können FODMAPs verursachen?

Bei empfindlichen Menschen können FODMAPs Blähungen, Blähbauch, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung oder wechselnden Stuhlgang begünstigen. Die Beschwerden sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben.

Sind FODMAPs ungesund?

Nein. Viele FODMAP-reiche Lebensmittel sind nährstoff- und ballaststoffreich. Einige FODMAPs wirken zudem präbiotisch und dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrung. Sie sollten deshalb nur eingeschränkt werden, wenn sie tatsächlich Beschwerden auslösen.

Was ist eine Low-FODMAP-Diät?

Dabei werden FODMAP-reichere Lebensmittel für eine begrenzte Zeit reduziert. Anschließend werden die einzelnen Gruppen gezielt wieder eingeführt, um die persönliche Verträglichkeit und Toleranzmenge zu bestimmen.

Wie lange dauert die FODMAP-arme Phase?

Die strenge Reduktionsphase dauert üblicherweise etwa zwei bis sechs Wochen. Sie sollte nicht unnötig verlängert werden. Danach beginnt die strukturierte Wiedereinführung.

Muss ich bei Low FODMAP auf Gluten verzichten?

Nein. Gluten gehört nicht zu den FODMAPs. Weizen, Roggen und Gerste enthalten jedoch Fruktane. Manche glutenfreien Produkte sind deshalb gleichzeitig FODMAP-ärmer, aber nicht jedes glutenfreie Produkt ist automatisch Low FODMAP.

Ist eine FODMAP-arme Ernährung dasselbe wie eine glutenfreie Ernährung?

Nein. Eine glutenfreie Ernährung schließt das Protein Gluten aus. Bei Low FODMAP werden bestimmte fermentierbare Kohlenhydrate reduziert. Die beiden Ernährungsformen haben unterschiedliche medizinische Hintergründe.

Kann ich FODMAPs testen lassen?

Eine allgemeine FODMAP-Unverträglichkeit lässt sich nicht mit einem einzelnen Test feststellen. Für Laktose, Fruktose und teilweise Sorbit stehen H₂-Atemtests zur Verfügung. Die übrige Verträglichkeit wird vor allem durch eine strukturierte Ernährungs- und Symptombeobachtung beurteilt.

Ein bioenergetischer oder kinesiologischer Lebensmitteltest kann helfen, die beschwerdeauslösenden Nahrungsbestandteile schneller zu identifizieren. Diese Tests sind schulmedizinisch nicht anerkannt und können eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen.

Darf ich bei Low FODMAP kein Obst mehr essen?

Doch. Zahlreiche Obstsorten können in geeigneten Portionen in eine FODMAP-arme Ernährung integriert werden. Entscheidend sind Obstsorte, Menge und Kombination mit anderen FODMAP-Quellen. In der Ernährungsberatung nach TCM wird empfohlen, Obst während der Low-Fodmap-Diät zu dünsten, blanchieren oder zu kochen. Zum Beispiel als Kompotte.

 Warum vertrage ich kleine Mengen, aber keine großen Portionen?

Die Wirkung vieler FODMAPs ist mengenabhängig. Eine kleine Portion kann unterhalb der persönlichen Toleranzgrenze liegen, während eine große Portion oder die Kombination mehrerer FODMAP-Quellen Beschwerden auslöst.

Kann Low FODMAP bei Reizdarm helfen?

Eine zeitlich begrenzte Low-FODMAP-Ernährung kann bei einem Teil der Menschen mit Reizdarmsyndrom Beschwerden reduzieren. Sie wirkt jedoch nicht bei allen Betroffenen und sollte möglichst fachlich begleitet werden. Auch das NIDDK nennt sie als mögliche Ernährungsstrategie bei Reizdarm. NIDDK: Ernährung bei Reizdarm

Kann Stress die FODMAP-Verträglichkeit beeinflussen?

Stress verändert nicht zwangsläufig die Aufnahme einzelner FODMAPs. Er kann jedoch Darmbewegung, Schmerzwahrnehmung und Darm-Hirn-Kommunikation beeinflussen. Dadurch können Beschwerden in belastenden Phasen stärker wahrgenommen werden

Darf man Low FODMAP dauerhaft durchführen?

Eine dauerhaft strenge Low-FODMAP-Ernährung wird nicht empfohlen. Sie kann die Lebensmittelauswahl, Ballaststoffzufuhr und Darmmikrobiota ungünstig beeinflussen. Ziel ist eine individuelle Dauerernährung nach erfolgter Wiedereinführung.

Sind Zwiebeln und Knoblauch bei Low FODMAP immer verboten?

Während der Reduktionsphase werden sie meist gemieden, weil sie reich an Fruktanen sind. Für den Geschmack können beispielsweise Knoblauchöl, Schnittlauch oder das grüne Ende von Frühlingszwiebeln verwendet werden. Später wird die persönliche Verträglichkeit getestet.

Was bedeutet FODMAP-Stacking?

Damit ist die Addition mehrerer FODMAP-Quellen innerhalb einer Mahlzeit oder eines kurzen Zeitraums gemeint. Einzelne Portionen können verträglich sein, während ihre Kombination die persönliche Toleranzgrenze überschreitet.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die integrative Ernährungsberatung und die Einordnung nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin stellen keine medizinische Diagnostik dar. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden sowie bei Verdacht auf Zöliakie, Weizenallergie oder eine andere Erkrankung ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.