Antinährstoffe in Lebensmitteln – problematisch oder Teil einer gesunden Ernährung?

Was sind Antinährstoffe und wie kann ich sie reduzieren?

Natürliche Bestandteile in Pflanzen

Antinährstoffe sind natürliche Bestandteile verschiedener Pflanzen und Lebensmittel. Sie können unter bestimmten Bedingungen die Aufnahme, Verdauung oder Verwertung einzelner Nährstoffe beeinflussen.

Besonders häufig kommen sie in folgenden Lebensmitteln vor:

  • Vollkorngetreide und Kleie
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • Blattgemüse
  • Kohlgewächse
  • Kakao
  • Tee und Kaffee

Der Begriff „Antinährstoff“ klingt zunächst beunruhigend. Viele dieser Stoffe sind jedoch nicht grundsätzlich schädlich. Einige besitzen gleichzeitig antioxidative, präbiotische oder andere ernährungsphysiologisch interessante Eigenschaften.

Welche Antinährstoffe gibt es?

Welche Antinährstoffe gibt es?
Antinährstoff Typische Lebensmittel Mögliche Bedeutung
Phytinsäure und Phytate Vollkorn, Kleie, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen Können Eisen, Zink, Calcium und Magnesium binden
Lektine vor allem rohe Bohnen und Hülsenfrüchte Bestimmte aktive Lektine können akute Magen-Darm-Beschwerden auslösen
Oxalsäure und Oxalate Spinat, Mangold, Rhabarber, Sauerampfer, Kakao, Mandeln Können Calcium binden; bei entsprechender Veranlagung für Calciumoxalatsteine relevant
Tannine und Gerbstoffe Tee, Kaffee, Kakao, Wein, Hülsenfrüchte Können die Aufnahme pflanzlichen Eisens innerhalb einer Mahlzeit vermindern
Proteaseinhibitoren Soja, Bohnen, Erbsen, Getreide Können eiweißspaltende Verdauungsenzyme hemmen
Amylaseinhibitoren Weizen, Hülsenfrüchte, Samen Können die enzymatische Aufspaltung von Stärke beeinflussen
Saponine Hülsenfrüchte, Quinoa, Soja, Hafer Können Verdauung und Zellmembranen beeinflussen; gleichzeitig werden mögliche günstige Eigenschaften untersucht
Glucosinolate und goitrogene Stoffe Kohlgewächse, Senf, Soja, Hirse Können bei sehr hoher Zufuhr und gleichzeitigem Jodmangel die Jodverwertung beeinflussen
Cyanogene Glycoside Maniok, Bittermandeln, Aprikosenkerne Können Blausäure freisetzen und erfordern eine besonders sorgfältige Bewertung
Vicin und Convicin Ackerbohnen und Favabohnen Können bei Menschen mit G6PD-Mangel eine hämolytische Krise auslösen
Avidin rohes Eiklar Bindet Biotin und wird durch ausreichendes Erhitzen weitgehend inaktiviert

Phytinsäure in Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen

Phytinsäure dient Pflanzen als Speicherform für Phosphor. Sie befindet sich vor allem in den Randschichten und Keimlingen von Getreide sowie in Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen.

Im Verdauungstrakt kann Phytinsäure Mineralstoffe binden, insbesondere:

  • Eisen
  • Zink
  • Calcium
  • Magnesium

Dadurch kann ein Teil dieser Mineralstoffe aus derselben Mahlzeit schlechter aufgenommen werden. Das US-amerikanische National Institutes of Health weist beispielsweise darauf hin, dass der Phytatgehalt pflanzenreicher Mahlzeiten die Zinkaufnahme beeinflussen kann. NIH: Zink und Phytate

Das bedeutet jedoch nicht, dass Vollkorn, Nüsse oder Hülsenfrüchte ungesund sind. Sie liefern gleichzeitig Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß, Mineralstoffe und bioaktive Pflanzenstoffe.

Rohes Müsli zum Frühstück

Ein Müsli mit gehackten Nüssen in der Früh wird oft für gesunde Ernährung gehalten. Jedoch hat unser Darm nur eingeschränkt die Möglichkeit, rohes Getreide und Nüsse zu verdauen. Fodmaps und eben Antinährstoffe können Beschwerden auslösen. Bei einer Unverträglichkeit auf Vollkorn könnte die Phytinsäure eine der Bestandteile sein, auf die du reagierst. Durch die richtige Zubereitung kannst du auch die negative Wirkung reduzieren. Dazu gehört, dass du dein Müsli zumindest über Nacht einweichst oder dir ein Porridge kochst.

Lektine in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Kichererbsen und Linsen

Vielleicht weißt du ja schon, dass du Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen oder auch Sojasprossen, nicht roh essen solltest. Warum? Weil diese roh eigentlich ungenießbar sind. Darin befinden sich die Antinährstoffe Lektine.

Lektine sind Proteine, die sich an bestimmte Kohlenhydratstrukturen binden. Sie kommen in zahlreichen Pflanzen vor. Die meisten in üblich zubereiteten Lebensmitteln vorhandenen Lektine gelten nicht als gesundheitlich problematisch.

Besondere Aufmerksamkeit benötigt jedoch Phytohämagglutinin in rohen oder unzureichend gekochten Bohnen. Aktive Lektine können unter anderem folgende Beschwerden auslösen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Unzureichend gekochte Bohnen können somit ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Antinährstoffe in Hülsenfrüchten reduzieren

Für getrocknete Bohnen wird empfohlen:

  1. sechs bis zwölf Stunden einweichen
  2. Einweichwasser wegschütten
  3. frisches Wasser verwenden
  4. mindestens 30 Minuten bei 100 °C kochen

Bohnen aus Konserven sind bereits ausreichend erhitzt. Sie können nach gründlichem Abspülen direkt weiterverarbeitet werden.

Bohnen einweichen und kochen

Rezepttipps aus der TCM und gesunden Küche

Rezepttipp:

Füge beim Kochen der Hülsenfrüchte kein Salz hinzu. Stattdessen eine kleine Menge Algen. So werden die Bohnen schneller weich. Auch kannst du hier bereits Kümmel oder andere Gewürze dazugeben.

Oxalsäure und Oxalate

Oxalsäure kommt natürlicherweise in verschiedenen Pflanzen vor. Oxalate in Lebensmittel können sich im Darm mit Calcium verbinden. Dadurch wird ein Teil des Calciums weniger gut aufgenommen.

Zu den Lebensmitteln mit teilweise höherem Oxalatgehalt gehören:

  • Spinat
  • Mangold
  • Rhabarber
  • Sauerampfer
  • Rote-Rüben-Blätter
  • Kakao
  • Mandeln
  • einige andere Nüsse

Für die meisten Menschen sind diese Lebensmittel in üblichen Portionen Teil einer abwechslungsreichen Ernährung. Eine individuelle Anpassung kann jedoch bei wiederkehrenden Calciumoxalat-Nierensteinen notwendig sein. Eine gezielte oxalatarme Ernährung sollte in diesem Fall ärztlich oder ernährungsmedizinisch begleitet werden.

Oxalreiche Lebensmittel wie Spinat, Rhabarber, Mangold, Mandeln und Nüsse

Tannine in Tee, Kaffee und Kakao

Tannine gehören zu den Gerbstoffen und Polyphenolen. Diese haben durchwegs auch gesundheitsfördernde Wirkungen. Sie können bei gr0ßen Mengen jedoch die Aufnahme von pflanzlichem Nicht-Häm-Eisen innerhalb einer Mahlzeit vermindern.

Bei einem Eisenmangel kann es daher sinnvoll sein, schwarzen Tee, grünen Tee oder Kaffee nicht unmittelbar zu eisenreichen Hauptmahlzeiten zu trinken.

Gleichzeitig besitzen viele tanninhaltige Lebensmittel antioxidative Eigenschaften. Auch hier entscheidet der persönliche Versorgungszustand darüber, ob eine Anpassung sinnvoll ist.


Gerbstoffe und Tannine im Kaffee und Kakao

Mögliche gesundheitliche Vorteile von Kakao

Naturbelassener Kakao enthält Flavanole, insbesondere Epicatechin. Diese gehören zu den Polyphenolen und werden vor allem hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Gefäßfunktion untersucht.

Für täglich 200 Milligramm Kakao-Flavanole ist in der Europäischen Union die Aussage zugelassen, dass sie zur Erhaltung der Elastizität der Blutgefäße und damit zu einem normalen Blutfluss beitragen. Diese Menge kann beispielsweise durch 2,5 Gramm flavanolreiches Kakaopulver erreicht werden. Der tatsächliche Flavanolgehalt unterscheidet sich jedoch je nach Sorte und Verarbeitung erheblich. EFSA: Health Claim zu Kakao-Flavanolen

Kakao liefert außerdem:

  • Magnesium
  • Kupfer
  • Eisen
  • Ballaststoffe
  • verschiedene Polyphenole

Die mögliche Wirkung hängt stark vom Produkt ab. Ungesüßtes Kakaopulver oder dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil sind anders zu bewerten als stark gezuckerte Trinkschokolade oder Milchschokolade. Ein hoher Kakaoanteil macht Schokolade dennoch nicht automatisch zu einem uneingeschränkt gesunden Lebensmittel.

Wann können Kaffee und Kakao Beschwerden verstärken?

Trotz ihrer wertvollen Inhaltsstoffe werden Kaffee und Kakao nicht von allen Menschen gleich gut vertragen.

Kaffee kann bei empfindlichen Personen beispielsweise:

  • Sodbrennen oder Reflux verstärken
  • Magenbeschwerden begünstigen
  • Unruhe oder Herzklopfen auslösen
  • die Schlafqualität beeinträchtigen
  • die Darmbewegung anregen
  • bei Reizdarm den Stuhldrang verstärken

Kakao beziehungsweise Schokolade kann je nach Menge und Produkt bei Reflux, Migräne, Histaminproblemen oder empfindlicher Verdauung Beschwerden begünstigen. Häufig sind nicht allein die Tannine entscheidend, sondern auch Fett, Zucker, Koffein, Theobromin, Portionsgröße und individuelle Empfindlichkeit.

Für gesunde Erwachsene gelten nach der EFSA bis zu 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt normalerweise als unbedenklich. Bereits eine Einzeldosis von 100 Milligramm kann bei manchen Menschen den Schlaf beeinträchtigen. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Koffeinaufnahme aus allen Quellen auf höchstens 200 Milligramm täglich begrenzt werden. EFSA: Sicherheit von Koffein

Glucosinolate und sogenannte goitrogene Stoffe

Glucosinolate kommen insbesondere in Kohlgewächsen vor:

  • Brokkoli
  • Karfiol
  • Grünkohl
  • Weißkraut und Rotkraut
  • Kohlrabi
  • Radieschen
  • Rucola
  • Senf

Bestimmte Abbauprodukte können die Jodverwertung beeinflussen. Praktisch relevant kann dies vor allem bei sehr großen Mengen roher Kohlgewächse, gleichzeitigem Jodmangel und bestehenden Schilddrüsenerkrankungen werden.

Kohlgewächse müssen deshalb nicht pauschal gemieden werden. Sie liefern Ballaststoffe, Vitamin C und wertvolle Pflanzenstoffe. Kochen reduziert einen Teil der betreffenden Verbindungen.

Auch in den Kohlgewächsen befinden sich Antinährstoffe, die Blähungen verursachen können

Cyanogene Glycoside – besondere Vorsicht bei Maniok

Cyanogene Glycoside können bei der Verarbeitung oder Verdauung Blausäure freisetzen. Sie kommen beispielsweise in Maniok, Bittermandeln und Aprikosenkernen vor.

Hier geht es nicht nur um eine möglicherweise verminderte Nährstoffaufnahme, sondern bei falscher Zubereitung um ein echtes Vergiftungsrisiko.

Frischer Speisemaniok muss:

  1. vollständig geschält werden
  2. längs aufgeschnitten werden
  3. vom festen Mittelstrang befreit werden
  4. in kleine Stücke geschnitten werden
  5. in reichlich frischem Wasser vollständig weich gekocht werden
  6. vom Kochwasser getrennt werden

Bitterer Maniok oder Maniok unbekannter Sorte benötigt eine weitergehende fachgerechte Verarbeitung. Einfaches Kochen ist dabei nicht immer ausreichend. Die WHO führt Maniok als wichtige Quelle cyanogener Glycoside an. WHO: natürliche Giftstoffe in Lebensmitteln

Maniok muss richtig vorbereitet werden, ansonsten gilt der Maniok als giftig
Maniok richtig zubereiten

Enzyminhibitoren und Saponine

Protease- und Amylaseinhibitoren können Verdauungsenzyme beeinflussen, die Eiweiß beziehungsweise Stärke aufspalten. Sie kommen vor allem in rohen Samen, Sojabohnen und anderen Hülsenfrüchten vor.

Viele dieser Stoffe sind hitzeempfindlich und werden durch ausreichendes Kochen deutlich reduziert.

Saponine besitzen seifenartige Eigenschaften. Bei Quinoa befindet sich ein großer Teil der bitteren Saponine an der Oberfläche. Gründliches Waschen unter fließendem Wasser reduziert sie und verbessert gleichzeitig den Geschmack.

Wie lassen sich Antinährstoffe reduzieren?

Zubereitung Mögliche Wirkung
Einweichen Kann wasserlösliche Stoffe und einen Teil der Phytate reduzieren
Einweichwasser wegschütten Entfernt einen Teil der gelösten Stoffe
Gründliches Kochen Inaktiviert insbesondere bestimmte Lektine und Enzyminhibitoren
Druckgaren Kann die Aktivität hitzeempfindlicher Antinährstoffe deutlich senken
Keimen Aktiviert pflanzeneigene Enzyme und kann Phytate abbauen
Fermentieren Kann Phytate und andere schwer verträgliche Bestandteile reduzieren
Sauerteigführung Unterstützt durch Phytaseaktivität den Phytatabbau im Getreide
Schälen Entfernt Stoffe, die vorwiegend in den Randschichten liegen
Waschen und Abspülen Reduziert beispielsweise oberflächliche Saponine bei Quinoa
Vitamin C kombinieren Kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen verbessern

Hier zeigt sich ganz klar, wie wichtig die richtige Zubereitung von Lebensmitteln für die Verträglichkeit ist.

Einweichen, Keimen, Fermentieren und Kochen kann die Antinährtoffe reduzieren

Antinährstoffe, FODMAPs und Ballaststoffe unterscheiden

Beschwerden nach Vollkorn, Hülsenfrüchten oder Gemüse müssen nicht automatisch durch Antinährstoffe verursacht werden.

Auch folgende Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Fruktane und andere FODMAPs
  • schwer verdauliche Ballaststoffe
  • große Portionsmengen
  • ungewohnte Ballaststoffzufuhr
  • unzureichendes Kauen
  • zu kurze Einweich- oder Kochzeiten
  • Reizdarm und erhöhte Darmempfindlichkeit
  • individuelle Unverträglichkeiten

FODMAPs und Antinährstoffe sind nicht dasselbe:

  • FODMAPs sind fermentierbare Kohlenhydrate, die Wasserbindung, Gasbildung und Darmdehnung fördern können.
  • Antinährstoffe können die Aufnahme oder Verwertung bestimmter Nährstoffe beziehungsweise Verdauungsenzyme beeinflussen.
  • Einige Lebensmittel wie Vollkorn und Hülsenfrüchte enthalten gleichzeitig FODMAPs, Ballaststoffe und verschiedene Antinährstoffe.

Muss man Antinährstoffe vermeiden?

In den meisten Fällen lautet die Antwort: Nein.

Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Gemüse sind wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Eine pauschale antinährstofffreie Ernährung kann die Lebensmittelauswahl unnötig einschränken.

Eine individuelle Anpassung kann sinnvoll sein bei:

  • nachgewiesenem Eisen- oder Zinkmangel
  • wiederkehrenden Calciumoxalat-Nierensteinen
  • G6PD-Mangel
  • bestehenden Schilddrüsenerkrankungen und unzureichender Jodversorgung
  • ausgeprägten Verdauungsbeschwerden
  • sehr einseitiger pflanzenbasierter Ernährung
  • Beschwerden nach bestimmten Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten

Ziel sollte nicht sein, möglichst viele Lebensmittel zu streichen. Sinnvoller ist es, Verträglichkeit, Portionsgröße, Nährstoffversorgung und Zubereitung gemeinsam zu betrachten.

Beratung im Vitalmesszentrum Wien

Wenn Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse oder bestimmte Gemüse regelmäßig Beschwerden verursachen, können unterschiedliche Zusammenhänge dahinterstecken.

In der integrativen Ernährungsberatung betrachten wir unter anderem:

  • persönliche Beschwerden
  • bisherige Diagnosen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • mögliche Lebensmittelunverträglichkeiten
  • FODMAP- und Ballaststoffzufuhr
  • Portionsgrößen
  • Zubereitungsmethoden
  • mögliche Nährstoffengpässe
  • Darmgesundheit und Verdauung

Ziel ist eine möglichst vielfältige, nährstoffreiche und individuell verträgliche Ernährung.

Du möchtest herausfinden, warum dir Vollkorn, Hülsenfrüchte oder bestimmte Gemüse Beschwerden bereiten?

Integrative Ernährungsberatung und Vitalmessungen in Wien
Weiterführende Links
Vorsichtige Wiedereinführung mit einem Lebensmittel
Fruktane in Getreide
Reduktion von Fodmap Diät zeitlich begrenzt
Ziel eine vollwertige vielseitige Ernährung

Rechtlicher Hinweis 

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Verdauungsbeschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei neuem, starkem oder anhaltendem Auftreten medizinisch abgeklärt werden. Ernährungsberatung kann die ärztliche Betreuung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Häufige Fragen zu Antinährstoffen

Sind Antinährstoffe schädlich?

Nicht grundsätzlich. Ihre Wirkung hängt von Art, Menge, Zubereitung, Ernährungsweise und persönlicher Situation ab. Viele Lebensmittel mit Antinährstoffen liefern gleichzeitig wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viele Antinährstoffe?

Antinährstoffe kommen vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Blattgemüse, Kohlgewächsen, Tee, Kaffee und Kakao vor.

Muss Vollkorn wegen Phytinsäure gemieden werden?

Nein. Vollkorn liefert Ballaststoffe und zahlreiche Nährstoffe. Einweichen, Keimen, Fermentieren und Sauerteigführung können den Phytatgehalt reduzieren.

Werden Lektine durch Kochen zerstört?

Viele problematische Lektine sind hitzeempfindlich. Insbesondere Bohnen müssen ausreichend lange bei hoher Temperatur gekocht werden. Kurzes Erwärmen oder unzureichendes Garen kann zu wenig sein.

Sind Bohnen aus der Dose sicher?

Konservenbohnen wurden bereits ausreichend erhitzt. Sie können nach gründlichem Abspülen direkt gegessen oder weiterverarbeitet werden.

Sind Antinährstoffe für Reizdarm verantwortlich?

Nicht automatisch. Beschwerden können ebenso durch FODMAPs, Ballaststoffe, große Portionen oder eine erhöhte Darmempfindlichkeit entstehen.

Kann Einweichen Antinährstoffe reduzieren?

Einweichen kann einen Teil wasserlöslicher Stoffe und der Phytate reduzieren. Die Wirkung hängt vom Lebensmittel, der Einweichzeit und der weiteren Zubereitung ab.

Ist eine antinährstofffreie Ernährung sinnvoll?

Für die meisten Menschen ist sie weder notwendig noch empfehlenswert. Wichtiger sind eine abwechslungsreiche Ernährung und eine passende Zubereitung.

Genau deshalb ist die Abgrenzung zwischen Fruktanen, Gluten, Weizenallergie und anderen möglichen Ursachen wichtig.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die integrative Ernährungsberatung und die Einordnung nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin stellen keine medizinische Diagnostik dar. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden sowie bei Verdacht auf Zöliakie, Weizenallergie oder eine andere Erkrankung ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

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