Das Verdauungssystem im Mittelpunkt

Der Funktionskreis Milz/Magen

Wesentlich in der Ernährung nach TCM, ist die Stärkung der sogenannten „Mitte“. Dies entspricht in der TCM dem Funktionskreis „Milz-Magen“. Diesem Funktionskreis wird die gesamte Verdauung/Verstoffwechselung von Nahrung und der Aufbau des QI zugeordnet.

Eine starke Mitte ist Grundvoraussetzung für eine gute energetische Versorgung aller anderen Funktionskreise. So zeigt sich schon hier, welchen großen Stellenwert der Ernährung in der TCM zugeschrieben wird.

Die typische westliche Ernährung, mit einem hohen Anteil an Fertiggerichten, Lebensmittelzusätzen, Fast Food, Zucker, Nahrungsgiften, etc. schwächt den Funktionskreis der Mitte (Milz-QI-Mangel). Aber auch ein zu viel an Rohkost, Milchprodukten, Brot und Vollkornprodukten, kann das Verdauungssystem schwächen.

Dauerstress kann ebenfalls zur Schwächung der Verdauungsfunktion (QI-Mangel) beitragen und allen damit verbundenen energetischen Störungen in den anderen Funktionskreisen.  So kann eine zusätzliche emotionale Belastung, schnell zu energetischen Störungen im Funktionskreis „Leber“ führen (Leber-QI-Stagnation).

Das Prinzip der Verdaulichkeit

Im Gegensatz zur westlichen Ernährungslehre, steht bei der Ernährung nach TCM nicht unbedingt die Zusammensetzung an Nährstoffen an oberster Stelle. Es wird höchsten Wert auf eine GUTE VERDAULICHKEIT gelegt. Nur was auch wirklich über den Magen/Darm gut verdaut und aufgenommen werden kann, kommt auch dort an, wo es ankommen soll. Daher ist nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die Zubereitungsform ein wichtiger Punkt. So empfiehlt die TCM bei geschwächter Verdauung, prinzipiell warm – gekocht – zu essen. Rohkost wird in so einem Fall eher vermieden.

Gerade bei Lebensmittelunverträglichkeiten kann das ein wichtiger Punkt sein. Denn viele meiner Kunden klagen über Verdauungsprobleme. Sie haben aber keine typischen Unverträglichkeiten. Während der Austestung und Beratung besprechen wir daher, was der Hintergrund sein könnte. Zuviel Rohkost? Zuviel Brot und Getreideprodukte? Kalte Getränke? Schnelles Essen? 

Du siehst, es gibt viele Gründe, warum jemand Probleme haben kann. Natürlich ist es sinnvoll auch abzuklären, ob typische Nahrungsunverträglichkeiten wie Laktose-, Fruktose- oder Histamin-Unverträglichkeit vorliegen. Und auch, ob ein pathologisches Thema vorliegt. Das kann nur ein Arzt. Aber sehr oft, werden bei einer Magen- und/oder Darmspiegelung keine Hinweise gefunden. Und doch sind die Symptome einfach da. Genau hier macht es Sinn, die Ernährung gezielt zu verändern und „verdaulicher“ zu machen.

Die Zubereitungsformen und ihre Wirkung

Das Kochen oder eben Verarbeiten der Nahrungsmittel erhöht nicht nur die Verdaulichkeit. Je nach Zubereitungsart, wird auch die thermische Wirkung eine Speise beeinflusst. So macht es Sinn, bei Hitzezuständen (Wallungen, Entzündungen, Sodbrennen, und vieles mehr), kühlend zu kochen. Das bedeutet aber immer noch, dass es nicht roh ist. Und bei Kältezuständen (oft Durchfall und/oder Menstruationsbeschwerden, Kälte im Körper, Energiemangel) zu wärmen.

Kühlende und neutrale Zubereitungsformen

  • kochen
  • dünsten
  • blanchieren
  • dämpfen

Erwärmende und hitzige Zubereitungsformen

  • braten
  • grillen
  • räuchern
  • rösten
  • frittieren

Auch das sind sehr oft Fehler, welche begangen werden. Und so kann jede Ernährungsempfehlung immer nur individuell auf die Person abgestimmt sein.

Kraftsuppe Verdauung stärken mit der Kraft der Mitte